Tai Chi Chuan

push hands

Die chinesischen Schätze zur Bewegungskunst

Die Bewegungskunst Tai Chi Chuan ist eng verbunden mit dem TAO. Das TAO als Begriff für das Ganze lebt in der Vorstellung der beiden sich widerstreitenden Kräfteverhältnissen. Dieses TAO steht an vierter Stelle der Zeichen und Symbole zum Verständnis des Weihnachtsfestes. Im folgenden wird es ein wenig beleuchtet um ein genaueres Verständnis immer mehr zu ermöglichen.

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Über dem Tarot-Zeichen steht das Tao-Zeichen.

Jenes Zeichen, das uns erinnert an die Gottesverehrung unserer alten Vorfahren, denn es ist entstanden aus dem Worte: TAO. Bevor Europa, Asien, Afrika Kulturland war, lebten diese alten Vorfahren in der Atlantis, die in den Fluten untergegangen ist. In den germanischen Sagen lebt noch die Erinnerung an diese Atlantis in den Sagen von Nifelheim, dem Nebelheim. Denn Atlantis war nicht von reiner Luft umgeben. Grosse, mächtige Nebelmassen umwogten das Land, ähnlich dem wie man heute sieht, wenn man im Hochgebirge durch Wolken und Nebelmassen zieht. Sonne und Mond standen nicht klar am Himmel, sie waren umgeben vom Regenbogen - von der heiligen Iris. Damals verstand der Mensch noch mehr die Sprache der Natur. Dasjenige was heute im Plätschern der Wellen, im Rauschen des Windes, im Säuseln der Blätter, im Grollen des Donners zum Menschen Spricht, aber nicht mehr verstanden wird, das war ihm damals verständlich. Die Menschen empfanden aus allem heraus ein Etwas, das in ihnen redete. Innerhalb all dieser sprechenden Wolken und Wasser und Blätter und Winde ertönte ihnen ein Laut: TAO(das bin ich). Atlantis vernahm ihn und verstand ihn. TAO durchströmte für Atlantis die ganze Welt. Im fogenden nun Zusammenhänge betreffend einer überlieferten Bewegungskunst, dem Tai Chi Chuan:

Bewegung als Langsamkeit ist kultiviert mit dem Tai Chi Chuan

In der Regel ist Tai Chi Chuan angelehnt an Kampfsportbewegungen, aber mit Gerda Geddes fand eine anerkannnte Tänzerin Zugang zu dieser Kunst und ebnete den Weg für auch ästhetische Studien. Die gebürtige Norwegerin Gerda Geddes war die erste, die Tai Chi Chuan in Grossbritannien bekannt machte, zu einer Zeit, als der Verfasser selber in dem Königreich zu Studien sich aufhielt. Sie unterrichtete damals in "The Place" in London, wo mein verehrter Lehrer seine mir übergebene Form erlernte. Frau Geddes hatte während eines mehrjährigen Aufenthaltes in China und Hongkong die Möglichkeit bei einem Schüler von Yang Chengfu das Tai Chi Chuan zu erlernen, legte aber ihre Aufmerksamkeit weniger auf den Kampfsportaspekt als vielmehr auf die Möglichkeit von spritueller Entwickelung des menschlichen Potentials durch spezielle Übwege.

Ich sah einen alten Mann jeden Morgen hinausgehen mit einem Vogelkäfig und seine täglichen Übungen machen

Frau Geddes erzählte folgendes: Zu der Zeit, als ich(wir) 1948 nach Shanghai umzog(en), hatte ich bereits viele Jahre Tanz studiert und täglich mit Übungen und Bewegung zu tun. Ich arbeitete mit zeitgenössischem Tanz und beschäftigte mich intensiv mit der kreisförmigen Qualität von Bewegung, wie auch den anderen Kreisen, die man in seinen Gelenken und sonst wo im Körper hat, wie sie von innen und von außen entstehen. Neben dem Tanz arbeitete ich auch mit Wilhelm Reich als Psychananlytiker. Mir gefiel seine Art zu denken. Er arbeitete sehr viel auf der körperlichen wie auch auf der psychologischen Ebene. Wilhelm Reich hatte über muskuläre Panzerung gesprochen, darüber, wie Traumata und Ärger sich als Erinnerungen in den Muskeln fortsetzen können. Er ermutigte einen dazu, auf sich selbst zu hören und den eigenen Rhythmus zu finden, Er lehrte auch viel über Diagnose: wie man jemanden betrachten sollte. Er sagte, dass es nicht so sehr darauf ankäme, was man sagen würde, sondern wie man es sagt. Was passiert in deinem Körper, was passiert in deinem Gesicht, bleibt es im Zwerchfell stecken oder fließt es durch? Reich hatte bereits jene Art zu denken, die man durch Tai Chi Chuan bekommt.

Ich hatte auch mehrere Jahre als Psychotherapeutin mit Patienten gearbeitet. Als ich Kinder bekam, hörte ich mit dieser Arbeit auf, weil ich fühlte, dass es mich zu viel Kraft kostete, so viel Zeit und Energie auf die Arbeit mit kranken und aus dem Gleichgewicht geratenen Menschen zu verwenden. Ich wollte mehr für meine eigene Gesundheit leben und für meine Kinder so gesund und ausgeglichen wie möglich sein. Das wurde das Wichtigste für mich. Durchh diese Arbeit und die Erfahrung als Tänzerin hatte ich einen genauen Blick für die Körper der Menschen und dafür, wie diese mit ihren Körpern umgingen. Ich benutzte auch die Methoden von Alexander Lowen, der mit Bioenergetik arbeitete, einer therapeutischen Technik, die Menschen hilft wieder in Einheit mit ihrem Körper zu kommen und ihr Leben körperlich so weitgehend wie möglich zu genießen. Ich hatte diese Art von Bewegungsarbeit auch im Theater mit Schauspielern und Tänzern eingesetzt. Nach China ging ich also mit diesem Hintergrund, Bewegung auf mehreren Ebenen zu nutzen und zu untersuchen. Damals arbeitete ich modernen Tanz, Ausdruckstanz. Ich arbeitete mit der deutschen Tänzerin Mary Wigman zusammen, die den Ausdruck von Gefühlen im Tanz betonte. Wir betrachteten Bewegungen, die Emotionen wie Ärger, Freude, Trauer ausdrückten.

Später zogen wir nach Hongkong, etwa 1955/1956, wo wir eine Freundschaft mit einem Chinesen entwickelten, der an der Universität lehrte und der regelmäíg Tai Chi Chuan praktizierte. Ich fragte ihn, ob er mich unterrichten würde, aber er sagte, dass er das nicht könne, da er nicht genügend Erfahrungen damit hätte und das ich von einem Meister lernen sollte. Diese Idee, nur von jemandem unterrichtet zu werden, der wirlöich gute Kenntnisse hat, blieb mir für immer. Heute so oft Leute mit wenig Erfahrung unterrichten. Das macht mir wirklich große Sorgen.

Mein Lehrer hieß Choy Hok Peng und hatte zur gleichen Zeit bei Yang Chengfu gelernt wie Zheng Manqing. Leider konnte ich nur ein Jahr bei ihm lernen, denn er starb. Danach wurde sein Sohn, Choy Kam Man, mein Lehrer. Später zog dieser nach San Franzisco, wo er unterrichtete und eine Schule mit vielen Schülern aufbaute.

Ich hatte nie einen Kurs besucht, sondern wurde privat unterrichtet und ich weiß, dass mein Lehrer vorher immer sehr aufgeregt war. Wahrscheinlich dachte er: "Wie im Himmel soll ich bloß mit dieser Frau umgehen?" Er testete mich bevor ich seine Schülerin werden konnte. Ich mußte ihm meine Bewegungsarbeit zeigen, die ich gemacht hatte. Ich hatte einen Tanz über meine ersten Eindrücke von China choreographiert, mit Rhythmus und Klängen.

Ich arbeitete mit Choy Hok Peng ungefähr zweI Stunden pro Tag, jeden Tag für sechs Monate. Er lehrte mich die Lange Yang Stil Form. Die Unterrichtsmethode war für mich vor dem Hintergrund, den ich hatte, sehr ungewöhnich. Es gab absolut keinen körperlichen Kontakt zwischen uns. Als er mit der Zeit anfing mich zu korrigieren, tat er das mit nur einem Finger, wobei er seinen Körper sehr weit von mir weg hielt. Ich hatte das Gefühl, dass wir uns während dieser Zeit gegenseitig abschätzten. Ich mußte mir all meine Tanztechniken abgewöhnen und das war für mich das Schwierigste. Mein Körper war sehr gut trainiert in einer speziellen Art sich zu bewegen und ich mußte jetzt aber alles umdenken. Es war als müßte ich noch einmal laufen lernen. Ich brauchte sehr lange Zeit, um mich an diese Art der Bewegung zu gewöhnen. Er wollte, dass ich einfach seine Bewegungen nachmachen sollte und ich erinnere mich daran, wie er sagte: "Sehen Sie, sehen sie her Missy. Schauen Sie auf meinen Fuß, sehen Sie." Es war sehr harte Arbeit, aber als mir klar wurde, dass ich mir meine bisherigen Bewegungsmuster abgewöhnen mußte, erkannte ich auch, dass ich einfach loslassen mußte. Dieses Loslassen und Umdenken meines ganzen Körpers war für mich der beste Weg für mich Tai Chi zu lernen. Bevor Choy Hok Peng starb, gab er seinem Sohn die Anweisung, mich weiter zu unterrichten. Dieser hatte großes Interesse an Sport, den er mit den Einflüssen aus seinem Tai Chi Training ausführte. Es erschreckte ihn zunächst sehr, mit mir zu arbeiten, da ich eine ältere westliche Frau war.

Der Sohn hatte nun aber eine viel weichere herangehensweise. Der Vater war mehr in die in der Kampfkunstseite des Tai Chi ausgebildet. Wenn man ihn mit seinem Trainingskollegen Zheng Manqing vergleichen wollte, würde ich gesagt haben, dass Zheng Manqing intelligenter, kultibvierter und gelehrter war. Mein Lehrer war mehr ein Kämpfer.

Ich hatte ungefär zweieinhalb Jahre mit dem Sohn gearbeitet und sechs Monate mit dem Vater, als ich nach Großbritanien zurückkam. Niemand hatte auch nur die entfernteste Idee, worüber ich sprach, wenn ich Tai Chi erwähnte. Da ich jedoch schon vorher so viel Bewegungsarbeit mit Schauspielern und Tänzern gemacht hatte, wußte ich, dass diese Arbeit ausgesprochen nützlich für sie sein würde. Ich fuhr herum und machte Tai Chi Vorführungen in allen großen Schauspielschulen in London. Am Anfang hatte ich Probleme diese Leute davon zu überzeugen, dass es nützlich für sie sein würde, etwas von diesem Bewegungssystem zu wissen. Ich wurde sehr entmutigt durch ihre Apathie und ihr mangelndes Interesse. Ich begann dann einen Kurs in einem sehr kleinen Raum und mein erster Schüler war ein Schüler names Felix Mann, ein Mensch, der in China Akupunktur gelernt hatt und chinesisch schreiben und sprechen konnte.

Brückenschlag zwischen Ost und West

Als ich anfing Tai Chi zu lernen, war es mir nie in den Sinn gekommen, dass ich es einmal unterrichten würde. Heute kommen viele Leute, die mit dem Training beginnen, schon mit der festen Absicht es auch unterrichten zu wollen. Ich frage sie immer, wie sie wissen können, dass sie es unterrrichten wollen, wenn sie noch gar nicht wissen, worum es überhaupt geht. Ich übte sieben Jahre lang für mich allein, bevor ich nur auf den Gedanken kam, zu unterrichten. Ich hatte auch eine sehr entmutigende Erfahrung mit zwei Schülern von Zheng Manqing, die aus den USA gekommen waren, um im East West Center in London eine Vorführung zu geben. Ich fand die beiden Männer sehr, sehr arrogant. Sie wollten mit niemandem sprechen, der selber auch Erfahrung mit Tai Chi hatte und sie waren sehr zielstrebig in ihrer Herangehensweise zu dieser Kunst und stellten alles als sehr genau und schablonenhaft dar.

Ich erzählt ihnen, dass meine Erfahrung mit den Chinesen nicht diese zielgrichtete Genauigkeit widerspiegelte, sondern das eine Person etwas auf die eine Art ausführte, während eine andere Person einen ganz anderen Ansatz hatte. Der große Durchbruch war für mich, dass ich feste Mitarbeiterin von "The Place" der School of Contemporary Dance wurde. Ich trainierte alle TänzerInnen ind alle mußten einen Grundkurs Tai Chi machen. Das gab eine gute Grundlage an Schülerinnen. Es war sehr interessant, mit diesen TänzerInnen zu arbeiten. Ich hatte immer zwei Kurse laufen, wobei ich in dem einen TänzerInnen das Tai Chi so vermittelte, dass sie es für sich selbst nutzen konnten, um Verletzungen vorzubeugen. Mit den langsamen Bewegungen zu arbeiten und durch die erhöhte Aufmerksamkeit verbesserten sich ihre Käörperwahrnehmung, was ihnen half, Verletzungen zu verhindern. Frau Geddes verstarb 2003 mit 88 Jahren. Wir danken ihr für Vieles.

In dem oben angezeigten Bildchen von Pen Bron in der Bretagne von Frankreich sind die Spuren der langen Yang Form in den feuchten Seesand gezeichnet und vergingen wieder mit der dann kommenden Flut.

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