22. Dezember - 21. Januar

Steinbock

Hier nun die dritte Seite, die sich auf unsere Monate bezieht. Sie sind gemeint als eine Orientierrung im Jahreslauf und gewonnen aus einer Meditationsleistung im Gang durch das Jahr.

Wenn wir auf diese Weise durchgegangen sind zur Weihnachtszeit, so sollen wir dann die folgenden vier Wochen bis zum 25. Januar eigentlich verwenden, um ganzmenschheitlich zu begreifen das Wesen dieser Weihnachtszeit. Und es ist ja verbunden mit dem Begreifen dieses Wesens der Weihnachtszeit ein großer Teil desjenigen, was man auch das Begreifen des Christus nennen kann. Ich möchte sagen, wichtig ist es, die Pforte zu überschreiten von der Adventszeit durch den Weiheabend, durch die Weihnachtsnacht zu dem eigentlichen Weihnachtsfeste. Was können wir da empfinden, wenn wir  richtig als Menschen in der Welt drinnen stehen? Nun meine lieben Freunde, wir können da empfinden, wie eigentlich alles dasjenige, was ich ihnen jetzt als die Meditation für die Adventszeit angegeben habe, auch wenn es noch so lebhaft in uns war, in einem gewissen Sinne doch unsere Menschheit vernichtet, wie uns diese Dinge, möchte ich sagen, innerlich erlebbar sind wie eine innerliche Wahrnehmung, aber  wie wir sie doch nicht verstehen. Ich möchte sagen, die ganze Adventzeit hindurch glaubt man sie zu verstehen, aber gerade indem man sie durchgemacht hat, bekommt man das Gefühl, das Verstehen muß sich erst noch anschließen, das Wort muß erst noch zum Namen werden, der uns einleuchtet, der uns das Wort verständlich macht. Und während wir früher, ich möchte sagen, mit einer gewissen Depression empfunden haben das durch die Welt wallende Wort, wird es uns jetzt als Kraft bewusst, als die Werdekraft des Seins, deren Namen wir erfasst haben; und es wird uns weiter bewusst als das Wirkende in allem Wirken.

1. Name. Erdekraft des Seins

2. Wirkende

Das Gebot hört auf einen bloßen Verstandesinhalt zu haben, dem man gehorchen soll, man wird gewahr eine Kraft des Seins, die auch im Moralischen waltet, und man wird als drittes gewahr, wie eins ist das Namengebende und das Benannte. Hier liegt ganz im stillen Innern das Erleben des  Ichgefühls.

3. Name dem Namen

Die Naturgesetzlichkeit hört auf stumm zu sein, sie beginnt zu reden: Name dem Namen. Und in diesem Namengeben des Namens empfinden wir jetzt hindurch den Christus als dasjenige, was da führt durch Krankheit und Tod, durch Finsternis und Knechtschaft. Es wird an die Tafel geschrieben:

4. Der durch Tod und Finsternis Führende

Und was früher nur empfunden wurde wie eine Art von Leuchten der Gerechtigkeit, die durch die Welt wallt, das wird uns dadurch wie etwas, was sich in diesem Erleben der Weihnachtszeit als zu unserem eigenen Wesen gehörend offenbart; es wird uns das Licht der Gerechtigkeit verwandt in den Ahnherren Christus.

5. Ahnherrn Christus

Und wir fühlen dann, wie der Mensch den Christus nötig hat, wie er ohne den Christus unversöhnt mit der Erde lebt, wie die Erde ihn zu etwas bringen kann, was ihn in einem gewissen Sinne abführt von dem Geistigen. Man kann, indem man diese Empfindungen vorangehen läßt, daraus hervorgehen sehen die Versöhnung von Erde und Himmel. Es wird an die Tafel geschrieben:

6. Die Versöhnung von Himmel und Erde

Und dann kann man empfinden auf eine ganz natürliche Weise, wie die Erde den Geist in einer gewissen Weise verleugnet und jetzt in einem etwas vorgeht, wodurch man zum Geist kommt, den einen die Erde nicht geben kann. Es wird an die Tafel geschrieben:

7. Durchgeistigung der Erde

Ich betone ausdrücklich, meine lieben Freunde, dass ich versuche die Worte so zu geben, wie ich sie grade gebe, weil  ich meine, dass schon in dem Worte eine lebendige Kraft wirkt, und weil, wenn man die Worte in einer gewissen Weise gibt und der andere versenkt sich meditativ in das Wort in voller innerer Freiheit, dann kann, wenn die Worte richtig gewählt sind, man auf viel, viel mehr kommen, als ursprünglich in diesen Worten drinnen liegt, oder wenigstens nach dem Sprachgebrauch drinnen liegt. Also, ich möchte  die Dinge durchaus so geben, dass in ihnen das Wort in einem gewissen Sinne lebendig werden kann, Noch einmal möchte ich ein Beispiel geben, wie man nun zusammenfassen kann dieses hier Erlebte, indem man fortdauernd auf den Christus hinblickt:

Im Erdenmenschen spricht ER aus Natur vom Weltgeheimnis
In ihm wirket ER lichtvoll als die schaffende Weltenkraft
In ihm spricht ER das Wort über sein eigenes Wesen
In seinem Sprechen öffnet sich des Todes und der Finsternis Pforte

 

In Ihm ist dem Menschen ein neuer Ahnherrn erschienen
Durch Ihn  wird Versöhnung mit den Weltenhöhen
Durch ihn offenbart Materie Geist, schaffet Geist Materie.

 

Das Erleben des Weihnachtsmysteriums sollte eigentlich gehen bis in den Januar hinein, bis, ja, sagen wir, bis zum 22.,23.,24.,25. Januar.

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